Die geschichtlichen Hintergründe

beginnings-of-voluntary-workDie Anfänge von freiwilliger Arbeit und dem damit verbundenen sozialen Engagement lassen sich problemlos bis in die klassische Antike zurückführen. Schon damals galt, dass die eigenständige Unterstützung des allgemeinen Wohles zwingend notwendig sei, um dem Streben nach einem erfüllten und glücklichen Leben nach zu kommen. Im antiken Griechenland und im späteren Rom galt die Partizipation am öffentlichen Leben und den damit verbunden Verkündungen und Ratssitzungen für die männlichen Bürger als Pflicht. So verlangten den gesellschaftlichen Konventionen, dass besonders die gehobenere Schicht, welche keine einfache Arbeit verrichtete, teilnahmen. Bei Verweigerung wurden die Männer als schlechte Menschen regelrecht ausgegrenzt.

Historiker und Psychologen gehen sogar trotz mangelnden Überlieferungen davon aus, dass noch weitaus früher gewisse Züge freiwilliger Arbeit zu finden sind. Der Ursprung liegt in der Biologie des Menschen.

Bezug zur Gegenwart

Mittlerweile ist bewiesen, dass vor allem Männer, welche altruistische Charaktereigenschaften inne haben, von einem Großteil der Frauen durch diesen Charakterzug attraktiv erscheinen. Ursache hierfür ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die Projektion der sozialen Fähigkeiten auf die Fähigkeiten eines Familienvaters. Dadurch gingen schon damals aber auch heute noch viele Frauen davon aus, dass Männer, welche sich sozial engagieren, besonders gut für die Gründung einer Familie geeignet sind. Ein weiterer Ursprung findet sich in vielen Überlieferungen der Religionen, welche fast alle die Gemeinsamkeit aufweisen, dass sie in einer Form zur Nächstenliebe aufrufen.

So wurden bereits im Mittelalter verschiedene Orden gegründet, welche alle christlich motiviert waren. Sie verschrieben sich unter anderem der Hilfe von Schwachen, Kranken, Alten und Armen durch die Errichtung eines Spitals und der Vergabe von Almosen. Mit dem Aufstieg des Wirtschaftssystems, in der Zeit der Industrialisierung, verlagerte sich die Definition eines wertigen Menschens von der Fähigkeit im Allgemeinwohl zu denken und moralische Werte zu besitzen, zu verfolgen und zu vermitteln, hin zu seinem Standpunkt in der wirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Das Empfinden und die Erkenntnis, dass Geld allein nicht glücklich macht, sorgt seit der Jahrtausendwende für einen erneuten Aufschwung der Freiwilligenarbeit.